Zum Inhalt springen

23. Juni 2016

Pünktlich um 05.45 Uhr startete bei bestem Sommerwetter im vollbesetzten Bus mit 53 Teilnehmern unsere diesjährige Exkursion nach Pommern. Der Vorsitzende hatte es sich trotz früher Morgenstunde nicht nehmen lassen, die Gesellschaft mit launigen Worten zu begrüßen, um allen eine heitere und erlebnisreiche Fahrt zu wünschen. Aufgrund eigener beruflicher Verpflichtungen konnte er an dieser Fahrt leider nicht teilnehmen. Nach dem Verladen von frischgebackenen Kirschplundern, Apfel-Kiwi-Streuselkuchen und Nusskissingern sowie einer stattlichen Anzahl mitgebrachter Thermoskannen Kaffee für die Frühstückspause unterwegs brachen wir dann pünktlich Richtung Berlin auf.

Die pulsierende Bundeshauptstadt empfing uns staufrei über den AVUS bei strahlendem Sonnenschein. Unweit des Charlottenburger Schlosses wartete der „Schlossgarten“ zum leckeren Mittagsimbiss mit verschiedenen Berliner Spezialitäten auf.

  

Wer wollte, konnte einen kurzen Spaziergang zum Charlottenburger Schloss und seinem anmutigen Schlossgarten unternehmen. Auf der sich anschließenden 2 ½ stündigen Stadtrundfahrt mit einem Ausstieg auf der Museumsinsel gab es allerhand Wissenswertes zu sehen und zu hören. Die Bautätigkeit in Berlin ist gewaltig, überall entsteht Neues. Das Stadtschloss erhebt sich schon deutlich sichtbar und wird der „alten Mitte“ einen erheblichen authentischen Akzent wiederbringen.











  

Die Stettinerin Hanna Bielenis, unsere liebenswürdige Reiseführerin der kommenden zwei Tage, wünschte sich eine Teilnahme an dieser Rundfahrt, die wir natürlich gerne ermöglichten. So kam sie schon am Donnerstagmittag von Stettin mit dem Zug nach Berlin, um uns dann bereits auf der Weiterfahrt von Berlin nach Stettin mit ersten Informationen über die flächenmäßig drittgrößte Stadt Polens zu versorgen. Nach problemlosem Bezug der Zimmer im zentral gelegenen ****Hotel „Radisson Blu“ mit schöner Aussicht erwartete uns dann das wohlverdiente und hübsch servierte Abendessen („slow food“) im nur wenige Schritte entfernten „Parkhotel“ in den „Grabower Anlagen“.

  

Der sonnig-heiße Freitag stand im Zeichen der Kaiserbäder, die von Misdroy über Swinemünde und Ahlbeck bis nach Bansin reichen. Sie liegen damit heute zur einen Hälfte in Deutschland und zur anderen Hälfte in Polen. Eine erste Bekanntschaft mit der Ostsee war von der Seebrücke in Misdroy aus möglich. Vorbei am Kurhaus und dem Konzertplatz konnten auf der Promenade farbenfrohe Eindrücke gesammelt werden, in Polen begannen just an diesem Tage die Sommerferien.

  

Sodann ging es mit der Stadtfähre mit prächtigem Blick über die Swine nach Swinemünde. Mit dieser Überfahrt wechselt man zugleich von der Insel Wollin auf die Insel Usedom. Sowohl im Stadtzentrum wie auch im Bereich des historischen Kurviertels ist vieles hübsch herausgeputzt. Nicht nur am Hafen zeigt sich der Stolz der Stadt, die mit ihrer wechselvollen Geschichte sorgsam umgeht.









  

Nach wenigen Minuten Busfahrt war schon Ahlbeck erreicht. Zu Fuß gelangte man über die im Zentrum liegende Seestraße -vorbei an hübschen Villen- schnell zur Strandpromenade mit ihren vielfältigen Einrichtungen und Bauwerken.





  

Nach einem gemütlichen Mittagessen mit Ostseeblick bestand Zeit zur freien Verfügung. Die hohen Temperaturen ließen diese Programmänderung geboten erscheinen. Die markante gründerzeitliche Seebrücke, bekannt aus Loriots Film „Pappa ante portas“, war dabei das beliebteste Ziel. Zurück über die „große Fähre“ südlich von Swinemünde ging es dann über die Insel Wollin durch die Puszcza Goleniowska wieder nach Stettin zurück.

  

Bei angenehmen Temperaturen spazierten wir später vom Hotel über die ehemalige Moltkestraße, vorbei am Königsplatz, weiter über den Paradeplatz mit seinem am südlichen Ende befindlichen „Berliner Tor“ bis zum Hotel Victoria am ehemaligen Viktoriaplatz. Hier erwartete uns im hübsch eingerichteten Restaurant „Stary Szczecin“ (= Alt-Stettin) ein opulentes Abendmahl. Eine Flotte von preiswerten Taxis sorgte dann bei vielen für einen sicheren Nachhauseweg.









  

Am Samstag war „Hansetag“. Bevor es in das ca. 30 km südöstlich von Stettin liegende Landstädtchen Stargard (Stargard Szczecinski) mit seinen schönen Stadttoren und anderen Sehenswürdigkeiten ging, statteten wir dem einsam gelegenen Kolbatz (Kolbacz) einen Besuch ab. Sehenswert ist hier die Ende des 12. Jahrhunderts gestiftete Zisterzienserabtei, insbesondere die hübsche frühmittelalterliche Rosette am erhaltenen Westflügel sowie kleinere Wirtschaftsgebäude. Einige Frauen des kleinen Ortes waren gerade dabei, alles ganz sauber für den Sonntag herauszuputzen.





  

Vorbei am Madüsee (Jezioro Miedwie), dem fünftgrößten polnischen See eiszeitlicher Provenienz ging es nun auf Erkundung durch Stargard. Besonders hervorhebenswert sind die sehr gut erhaltenen Stadtmauern, darunter das doppeltürmige Mühlentor, welches die Kleine Ihna überspannt, das Walltor, und das Pyritzer Tor. Auch das Rathaus am Markt mit seinem filigran gearbeiteten Giebel und natürlich die Marienkirche als eines der schönsten Gotteshäuser Pommerns lohnen den Besuch. Durch Stargard verläuft auch der 15. Grad östlicher Länge, weswegen die Mitteleuropäische Zeit auch lange Zeit „Stargarder Zeit“ hieß. Hier stimmen also die mittlere Ortszeit und die mitteleuropäische Zeit exakt überein. Es wurde außerdem berichtet, dass ein gewisser Herr Dr. Sachs aus Schweinfurt gesichtet wurde, als er mit kühlem Bier und einer herzhaften Knackwurst polnischer Art versorgt auf einer schattigen Bank sitzend das Treiben am Stargarder Marktplatz beobachtete.














  

Zum Mittagessen erwartete uns dann die zweite Hansestadt, nämlich die alte pommersche Hauptstadt Stettin. Auf einer weiteren ausführlichen Stadtrundfahrt zeigte Frau Bielenis viele interessante Details und machte die Stadt damit hautnah erlebbar. Bereits am Donnerstag und auch am Freitag wurden interessante Partien erläutert, vorallem das grandiose Panorama von den Oderbrücken. Nach dem Mittagessen bestand noch Gelegenheit zu einem geführten Stadtrundgang zu Fuß. Ansonsten konnte die verbleibende Zeit bis zum Galadiner in unserem Hotel nach freier Verfügung verwendet werden.














  

Zum Sektempfang fanden sich alle um 19.15 Uhr im Restaurant „Renaissance“ unseres Hotels ein. Beim vorzüglichen Galadiner wurde auch das Ziel der kommenden Sommerfahrt verkündet. Diese wird vom 22.06.2017 bis zum 25.06.2017 in das Münsterland führen.





  

Nachdem die Koffer pünktlich verladen waren, starteten wir am Sonntag nach Uckermünde. Aufgeteilt in zwei Gruppen wurde parallel die kleine ruhige Stadt zu Fuss sowie das Stettiner Haff mit seiner Flora und Fauna per Schiff in Augenschein genommen.













  

Im „Roten Butt“ unmittelbar am Hafen erwartete uns dann Chefkoch Martin Wünscher mit einem delikaten pommerschen Sonntagsmittagessen in seinem kleinen Hotel-Restaurant. Auf der Heimfahrt konnten wir von seinen Kochkünsten noch einmal profitieren, da unser reichhaltiges Picknick einschließlich eines vortrefflichen pommerschen Heringssalates von ihm gerichtet und mitgegeben worden war. Ergänzt mit verschiedenen Weinen des Weingutes Pawis von der Unstrut (von uns besucht anlässlich der Sommerfahrt 2007) machten wir wieder in Osterfeld halt und ließen es uns gutgehen.





  

Gegen 23.30 Uhr trafen wir dann wohlbehalten wieder in Schweinfurt ein. Der Reiseleiter sagt ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer, namentlich die Kaffeekocher, natürlich ein großes „dzienkuje bardzo“ an Hanna Bielenis für ihre umfassenden und gleichermaßen informativen wie humorvollen Erläuterungen sowie selbstverständlich auch an unseren Busfahrer Roland, der des Öfteren auf sein Frühstück verzichten musste, da wir ihn gar so sehr in Anspruch nahmen. Bis zum nächsten Mal!