Welcher Vorsitzende mit dieser schönen Tradition begonnen haben mag, in der Zeit um St. Martin ein Gänseessen zu veranstalten, diese Frage kann ich Ihnen heute noch nicht beantworten. Ich möchte Ihnen aber kurz über die zwei Begebenheiten berichten, die aus der Historie heraus überhaupt dazu geführt haben.

In den Geschichtsbüchern findet man, dass Martin aus Tours ein frommer und gütiger Mann war, den seine Mitbürger für seine Fürsorge und Hilfsbereitschaft sehr schätzten. So sehr, dass sie ihn, je nach Quelle, im Jahr 371 (oder 372) zum Bischof von Tours ernennen wollten. Doch der bescheidene Martin wollte dieses hohe Amt nicht annehmen und versteckte sich in einem Gänsestall. Die Gänse waren darüber „not amused“ und begannen wegen dem Eindringling so laut zu schnattern, dass die Menschen darauf aufmerksam wurden und Martin schließlich im Gänsestall fanden. So konnte er schließlich doch zum Bischof von Tours geweiht werden.

Der Brauch, am Martinstag Gänsebraten zu essen, hat aber auch einen schlichten weltlichen Hintergrund.

Am Martinstag endete das bäuerliche Wirtschaftsjahr. Löhne, Zinsen und Steuern mussten gezahlt werden. Das Schlachten der Gänse diente einerseits zum Bedienen der Zinsen in Naturalien…und praktischerweise mussten die Tiere auch nicht mehr durch den Winter gefüttert werden.

So oder so ist es mir eine Freude, dass wir nach dem Corona-Aussetzer in 2020 die Tradition fortsetzen können. Im Gasthaus Geißler, Hambacher Hauptstraße 41, 97456 Dittelbrunn / Ortsteil Hambach treffen wir uns ab 11.45 Uhr. Familie Geißler hat für uns ein Gänsebuffet vorbereitet, bei dem, wer kann, nachnehmen darf so oft er möchte, und das nicht nur von Klößen, Sauce, Wirsing oder Rotkraut.

Die Harmonie und St. Martin

Die Harmonie und St. Martin